Zehn Jahre nach der letzten Landung: Besucher dürfen in die „Tante Ju“ einsteigen

Veröffentlicht am 15. September 2026

Einsteigen statt nur anschauen: Am 18. Oktober 2026 können Besucher im Hugo-Junkers-Hangar am Flughafen Mönchengladbach eine historische Ju 52 von innen besichtigen. Bei Führungen erfahren sie, wie die Maschine vor der Verschrottung gerettet, anschließend flugtüchtig instandgesetzt und anschließend noch 19 Jahre lang geflogen wurde – und warum sie bis heute als besonderes Zeugnis der Luftfahrtgeschichte gilt. 

Darüber hinaus erinnert eine Ausstellung an den in Rheydt geborenen Luftfahrtpionier Hugo Junkers.

Durch die schmale Kabine einer historischen Junkers Ju 52 gehen, einen Blick ins Cockpit werfen und die frühere Passagiermaschine aus nächster Nähe erleben: Dazu lädt der „Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e. V.“ (VFL) am Sonntag, 18. Oktober 2026, zwischen 10 und 16 Uhr in den Hugo-Junkers-Hangar am Flughafen Mönchengladbach ein.

Vereinsmitglieder führen durch die Ju 52 mit dem ehemaligen Schweizer Kennzeichen HB-HOY und berichten über die Rettung und Restaurierung sowie ihren späteren Flugbetrieb.

Geöffnet ist außerdem die Ausstellung  des Vereins über Leben und Werk von Hugo Junkers, der 1859 in Rheydt geboren wurde.

Die Veranstaltung findet wenige Tage nach dem zehnten Jahrestages des letzten letzten Rundfluges am 16. Oktober 2016 und wenige Tage vor dem zehnten Jahrestag der letzten Landung der Maschine statt. Am 22. Oktober 2016 setzte die HB-HOY zum letzten Mal auf der Start-und-Lande-Bahn in Mönchengladbach auf. Seitdem wird sie als historisches Ausstellungsstück im Hugo-Junkers-Hangar erhalten.

„Viele Menschen kennen die Ju 52 nur von Fotos. Bei uns können sie das Flugzeug betreten, durch die Kabine gehen und sehen, wie Passagiere früher darin gereist sind“, erklärt der Vorsitzende Norbert Hillenbrand.

Vor der Verschrottung gerettet

Bei der HB-HOY handelt es sich um eine CASA 352L, einen 1949 in Spanien gebauten Lizenzbau der Junkers Ju 52. Als Lizenzbau wird ein Flugzeug bezeichnet, das mit Genehmigung nach den Konstruktionsplänen eines anderen Herstellers gebaut wurde.

Die Maschine kam 1976 zum Flughafen Düsseldorf und stand dort rund 14 Jahre auf der Besucherterrasse.

Um sie vor der Verschrottung zu bewahren, gründeten Mitarbeiter des Flughafens am 12. Dezember 1991 den Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge.

Von 1992 bis 1997 wurde das Flugzeug in Deutschland und der Schweiz restauriert.

Am 30. August 1997 erfolgte die Inbetriebnahme der HB-HOY am Flughafen Mönchengladbach. Danach war sie weitere 19 Jahre für Rund- und Sonderflüge im Einsatz.

Ein Versuch, die Maschine 2018 erneut für den Flugbetrieb zuzulassen, blieb leider ohne Erfolg. Seither konzentriert sich der Verein darauf, sie dauerhaft als historisches Ausstellungsstück zu erhalten.

Markante Wellblechbeplankung

Mit ihrer Wellblechbeplankung und den drei Motoren zählt die Ju 52 zu den bekanntesten historischen Flugzeugtypen. Sie wurde zunächst für den Transport von Passagieren und Fracht entwickelt, später aber auch militärisch genutzt.

Die HB-HOY ist knapp 20 Meter lang und hat eine Spannweite von fast 30 Metern. In ihrer Kabine fanden 17 Fluggäste Platz.

„Auch ein Flugzeug, das nicht mehr fliegt, muss regelmäßig gehegt und gepflegt werden. Die Spenden helfen uns, die Maschine dauerhaft zu erhalten, damit sie auch künftig besichtigt werden kann“, berichtet der 2. Vorsitzende Bernd Huckenbeck.

Hugo Junkers wurde in Rheydt geboren

Die Ausstellung im Hugo-Junkers-Hangar erinnert an Leben und Werk von Hugo Junkers. Der Ingenieur und Unternehmer wurde am 3. Februar 1859 in Rheydt geboren, das heute zu Mönchengladbach gehört. Er gilt als einer der Wegbereiter des modernen Metallflugzeugbaus.

Der Hugo-Junkers-Hangar verbindet den Geburtsort des Flugzeugpioniers, dessen Ehrenbürger er ist, mit dem Flugzeugtyp, der bis heute besonders eng mit seinem Namen verbunden ist.

Die historische Ju 52 und die Ausstellung machen diese Verbindung für Besucher anschaulich.

Ehrenamt für ein Stück Luftfahrtgeschichte

Mehr als 50 Mitglieder engagieren sich nach Angaben des Vereins ehrenamtlich für den Erhalt der Ju 52 und der Hugo-Junkers-Ausstellung. Sie begleiten Führungen, betreuen Besucher und unterstützen die Vereinsarbeit.

Eintritt frei – Spenden willkommen

Der Eintritt ist frei. Für die Führungen und die Besichtigung der historischen Ju 52 bittet der Verein aber um eine Spende. Die Einnahmen tragen dazu bei, die Maschine dauerhaft zu erhalten und auch künftig für Besucher zugänglich zu halten.

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Veranstaltung auf einen Blick

Öffentliche Führungen im Hugo-Junkers-Hangar

Datum: Sonntag, 18. Oktober 2026

Zeit: 10 bis 16 Uhr

Ort: Hugo-Junkers-Hangar, Flughafenstraße 101, 41066 Mönchengladbach

Angebot:

  • Besichtigung der historischen Ju 52 HB-HOY
  • Führungen durch Vereinsmitglieder
  • Ausstellung über Leben und Werk von Hugo Junkers
  • Erfrischende Getränke sowie Kaffee und Kuchen

Eintritt: frei

Spenden: Der Verein bittet um freiwillige Spenden zur Pflege und zum Erhalt der historischen Ju 52.

Veranstalter: Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge e. V.

 

Weitere Informationen:

www.vfl-ev.de